Menschen bewegen, spielerisch.

Swiss Challenge nimmt eine Idee auf, die in den USA funktioniert, und baut sie für das Schweizer Recht neu: in drei Sprachen und mit den Krankenkassen als Partnern.

Das Problem

Mehr zu Fuss gehen ist der einfachste Rat für die Gesundheit und der, den man am schwersten durchhält. In der Schweiz bewegt sich jede vierte erwachsene Person weniger als empfohlen. Bei Personen, die nur die obligatorische Schule abgeschlossen haben, sind es vier von zehn (Obsan, 2022).

Die ersten paar Tausend Schritte bringen am meisten: 7’000 Schritte pro Tag gehen mit einer um 47 % tieferen Sterblichkeit einher als 2’000 Schritte (Metaanalyse von 57 Studien, Lancet Public Health, 2025).

Die Ausgangsidee

In den USA zählt die App Steppa, lanciert im Dezember 2025, nach eigenen Angaben über 60’000 Spielende und 2 Millionen Dollar an Auszahlungen. Alle zahlen für eine Schritte-Challenge Geld ein; wer durchhält, teilt sich das Geld derer, die aufgeben.

Dass etwas auf dem Spiel steht, wirkt nachweislich. Bei 72’974 Spielenden einer vergleichbaren App steigen die Schritte während der Challenges von 7’774 auf 10’197 pro Tag (de Buisonjé et al., 2023). In einer Studie von Penn Medicine wächst der Anteil erfolgreicher Tage von 30 % auf 45 %, wenn die Teilnehmenden einen Betrag verlieren können (Annals of Internal Medicine, 2016).

Warum sich das Modell in der Schweiz nicht kopieren lässt

Fünf Hürden. Für jede hat das Projekt eine Antwort.

Die HürdeUnsere Antwort

Das Geldspielgesetz

Wenn Spielende bezahlen und die Verlierer die Gewinner finanzieren, gilt das Geldspielgesetz. Für Sportwettkämpfe gibt es eine Ausnahme.

Die Challenge mit Startgeld (V2) ist organisiert wie ein Volkslauf: Anmeldeschluss vor dem Start, ein Reglement, keine Verlosung und vor der ersten Anmeldung ein schriftliches Rechtsgutachten.

Die Zahlungen

Die gängigen Zahlungsanbieter lehnen Wettkämpfe mit Startgeld ab.

Die Beta und die V1 kommen ohne Zahlungen aus. Für die V2 bereiten wir mit einem vollständigen Dossier einen Schweizer Zahlungsweg über Twint vor.

Die App-Stores

Google Play lässt kostenpflichtige Wettbewerbe mit Geldpreisen nur als bewilligte Geldspiele zu, und Apple verlangt ein offizielles Reglement.

Die Android-App bleibt ohne Geld; auf Android läuft die Challenge mit Startgeld über die Web-App. Jede Challenge hat ihr Reglement, Veranstalterin ist die Voren Sàrl.

Die Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten gelten in der Schweiz als besonders schützenswert: Das nDSG verlangt eine ausdrückliche Einwilligung und nur so viele Daten wie nötig.

Die App liest eine Schrittzahl pro Tag, ohne Standort und mit ausdrücklicher Einwilligung. Der Server steht in Genf.

Die Sprachen

In der Schweiz spricht man vor allem Deutsch, Französisch und Italienisch.

Die App, diese Website und die Reglemente gibt es in diesen drei Landessprachen.

Vom US-Modell zur Schweizer Version

ThemaUS-ModellSwiss Challenge
Was auf dem Spiel stehtGeld ab der ersten Challenge.In der Beta Punkte; Geld erst ab der V2, mit Wettkampfreglement.
Woher die Belohnung kommtVon den Spielenden, die aufgeben.Beta: Punkte derer, die aufgeben. V1: Sponsoren. V2: Startgeld derer, die aufgeben. V3: Krankenkassen.
DatenIn den USA gespeichert.Eine Schrittzahl pro Tag, gespeichert in Genf.
VersichererKommen im Modell nicht vor.Bonus auf Zusatzversicherungen für erfolgreiche Wochen (V3).
ZielgruppeErwachsene, die einen Geldanreiz wollen.Alle, ab 3’000 Schritten pro Tag im Modus «Solo». Mit Startgeld spielen nur Erwachsene, die das wählen.

Das Modell, Etappe für Etappe

Jede Etappe bringt eine neue Einnahmequelle, und die bisherigen bleiben bestehen. Die Reihenfolge stammt aus einer Prioritätentabelle, die für jede Etappe abwägt, wie viele Menschen sie erreicht, welche Wirkung zu erwarten ist, wie sicher die Schätzung ist und wie viel Aufwand sie braucht.

  1. Beta

    Die Challenge mit Punkten

    Jede Woche eine Challenge für die Rangliste, dazu Solo-Challenges und Challenges mit Freunden. Ohne Geld und ohne Sponsoren, auf dem iPhone.

    Keine Einnahmen: Die Beta baut das Publikum auf und liefert Messwerte.

  2. V1

    Die gesponserten Challenges

    Gratis-Challenges unter dem Namen einer Versicherungsagentur, einer Gemeinde oder eines Geschäfts. Für iPhone und Android.

    Kommission auf den Paketen der Sponsoren.

  3. V2

    Die Challenge mit Startgeld

    10 CHF Startgeld und 1 CHF Gebühr pro Woche. Wer durchhält, teilt sich das Startgeld derer, die aufgeben.

    1 CHF Organisationsgebühr pro Woche und angemeldete Person.

  4. V3

    Die Krankenkassen

    Ein Jahresbeitrag öffnet die App für die Versicherten; eine monatliche Bestätigung der erfolgreichen Wochen ermöglicht einen Bonus auf die Zusatzversicherungen.

    Jahresbeitrag pro Krankenkasse.

Warum jetzt

  • In der Schweiz ist das Handy immer dabei: 58 % nutzen ein iPhone, zwei Drittel bezahlen mit Twint.
  • Über eigene Apps zahlen Krankenkassen aktiven Versicherten schon heute bis zu 300 oder 400 CHF im Jahr, je nach Kasse. Mehrere grosse Kassen haben kein Schrittprogramm: Mit Swiss Challenge müssen sie keines selbst aufbauen.
  • Eine nationale Aktion, bei der man mit dem Velo zur Arbeit fährt, zählt jedes Jahr über 100’000 Teilnehmende. Das Prinzip ist dasselbe: eine Challenge auf Zeit, gemeinsam mit anderen.

Was Swiss Challenge auszeichnet

  • Ein echter Anreiz

    Punkte ab der Beta, später eine Challenge mit Startgeld und Wettkampfreglement. Wer etwas verlieren kann, geht während der Challenges 31 % mehr.

  • Ein Schweizer Rahmen

    Sitz und Geschäftsführung im Wallis, Server in Genf, drei Landessprachen, Reglemente nach Schweizer Recht.

  • Die Versicherer mit an Bord

    Ein fertiges Modell für Krankenkassen ohne eigene Schritte-App: Jahresbeitrag, Bestätigung mit ausdrücklicher Einwilligung, Bonus auf die Zusatzversicherungen.

  • So wenig Daten wie möglich

    Eine Schrittzahl pro Tag. Sponsoren erhalten aggregierte Zahlen ab 10 Personen; Daten einer einzelnen Person gehen nur mit ausdrücklicher Einwilligung weiter.

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Quellen

  1. Obsan, körperliche Aktivität der Erwachsenen in der Schweiz, 2022.
  2. Ding et al., Lancet Public Health, 2025: Metaanalyse von 57 Studien zur täglichen Schrittzahl.
  3. de Buisonjé et al., Internet Interventions, 2023: 72’974 Spielende einer App für Schritte-Challenges mit finanziellem Anreiz, 2015 bis 2020.
  4. Patel et al., Annals of Internal Medicine, 2016: randomisierte Studie von Penn Medicine mit 281 Angestellten.
  5. Steppa, Eintrag im App Store, abgerufen im Oktober 2026.